Mit Ihrem Besuch auf www.eishockey.org stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.
Dies hilft uns den Service für Sie weiter zu verbessern.

Allgemein

Lang erwartete Stellungnahme von Dr. Dieter Kalt

ÖEHV Präsident Dr. Dieter Kalt © Rudolf Beranek ÖEHV Präsident Dr. Dieter Kalt © Rudolf Beranek

Stellungnahme von Dr. Dieter Kalt, Präsident des Österreichischen Eishockeyverbandes, zu den Verfehlungen eines Teiles der Eishockeymannschaft bei den Olympischen Spielen in Sotschi:

Spät, aber doch!

Nicht die negative Kritik in einigen Zeitungen, sondern der im letzten News erschienene Artikel von
Peter Pelinka über den Hypo-Ausschuss und der Abschluss meiner Gesundenuntersuchung hat
jetzt zu meiner nachfolgender Stellungnahme geführt.

Natürlich wird diese einigen Besserwissern wieder nicht gefallen (einige davon waren ja selbst in
Sotschi…), aber ich bin nicht mehr bereit, diese unverschämte und beschämende Vorgangsweise
einiger Spieler hinzunehmen.

Vielleicht war auch der letzte Funke, dass Spieler sich zu Wort melden und mit dem „Finger“ auf
andere (u.a. auf den Verband) zeigen, aber selbst zu jenen gehörten, die ebenfalls den
„Zapfenstreich“ überzogen haben, dass ich mich zu diesem Schritt entschlossen habe.
In Wirklichkeit kennt man sie alle! Spieler wie Vanek, Grabner, Michael Raffl haben sich durch den
Manager von Vanek geoutet. Ebenfalls Florian Iberer. Altmann hat sich sofort entschuldigt und sein
Mitgehen zutiefst bedauert. Stefan Ulmer (jetzt verletzt) und Swette (als 3.Tormann nicht im
Einsatz in Sotschi) waren ebenfalls dabei. Aber auch Pöck und Trattnig (!) kamen zu spät zurück
und fuhren nicht mit dem Bus ins olympische Dorf.

Das Verhalten der Spieler war für mich ein Tiefschlag besonderer Art. Eine Jahrhundertchance war
vertan. Viele sind jetzt nicht mehr dabei. Von einigen haben wir es gewusst, von einigen geahnt.
Olympia und die Meisterschaft haben sie körperlich ausgelaugt. Einige waren viele Jahre Stütze
der Mannschaft, haben ihr Bestes gegeben, haben dem österreichischen Team geholfen bei
verschiedenen Weltmeisterschaften gut abzuschneiden. Jetzt aber konnten sich einige einfach
altersbedingt nicht mehr für eine Weltmeisterschaft zusätzlich motivieren.

Die, die in erster Linie für die Niederlage verantwortlich waren, müssen sich jetzt selbst im „Spiegel
erkennen“. Ich kann nur hoffen, dass auch sie aus ihrem Fehlverhalten gelernt haben. In Sotschi durften wir aus Solidarität zu den noch im Bewerb stehenden Aktiven nicht an die Öffentlichkeit gehen. Spät aber doch…auch ich habe einen Lernprozess durchgemacht!

Die neue Mannschaft, das neue junge Gesicht des Teams, soll ohne Last aus der Vergangenheit
in Südkorea bei der Weltmeisterschaft den Neubeginn in Angriff nehmen.

All jene, die so gerne über andere urteilen, sollen aber darüber nachdenken, ob sie nicht selbst im
„Glashaus“ sitzen und es daher wenig sinnvoll ist, mit „Steinen“ zu werfen. Das Leichteste ist
natürlich immer die Schuld bei den anderen zu suchen.

Quelle: ÖEHV – Administrator: Rudolf Beranek

Kommentar verfassen